Ehrenamtsbörse aktuell

"Börse bewährt sich"

Hat das passende Ehrenamt für sich gefunden: Heiner Altmann (rechts) unterstützt die Diakonie bei der Essensausgabe in der Burgberstraße und geht Peter Pfitzenmaier (links) tatkräftig zur Hand. Foto: Hofele

 Heiner Altmann fand über die Ehrenamtsbörse eine neue Aufgabe

Eine kostenlose Plattform zum Austausch ehrenamtlichen Engagements fehlte in Crailsheim. Seit 2. März werden Helfer und Hilfesuchende über die Ehrenamtsbörse zusammengeführt. Heiner Altmann konnte kürzlich über die Börse an die Diakonie vermittelt werden.

41 Prozent der Baden-Württemberger engagieren sich ehrenamtlich. Eine tolle Bilanz. Dennoch sinkt seit einigen Jahren das ehrenamtliche Engagement besonders im Ländlichen Raum. Viele Einrichtungen suchen händeringend nach Freiwilligen, die sie bei der täglichen Arbeit unterstützen.

Heiner Altmann setzt sich schon lange ehrenamtlich für seine Mitmenschen ein. Familienhilfe, Betreuung eines älteren Menschen und Unterstützung älterer Menschen am Computer waren nur einige seiner zahlreichen Engagements. Als er im November 2009 von Weinstadt (Remstal) nach Crailsheim zog, suchte er gezielt nach einer ehrenamtlichen Aufgabe und erkundigte sich bei verschiedenen Einrichtungen. Fündig geworden ist der 65-jährige dort leider nicht.

Im März eröffnete Oberbürgermeister Rudolf Michl dann die Ehrenamtsbörse anlässlich des Stadtfeiertags. Altmann wurde im Internet auf das neue kostenlose Angebot der Stadtverwaltung aufmerksam und fand dort ein Hilfegesuch der Diakonie. Der gelernte Landwirt, der außerdem Jugend- und Heimerzieher studiert hat,  bewarb sich um eine Tätigkeit bei der Diakonie. Bald fand er eine spannende Aufgabe: Der „Arbeitskreis Burgberstraße“ setzt sich für die rund 100 Mieter und 54 Obdachlose ein, die in der Burgbergstraße und Umgebung leben. Vertreter verschiedener Institutionen, wie beispielsweise der Diakonie oder der Aufbaugilde Franken, sowie ehrenamtliche Helfer bieten zweimal wöchentlich Suppe und Brot an. Zusätzlich wird eine Mutter-Kind-Gruppe geleitet, es gibt eine Sprachförderung für Kinder, Beratungsgespräche und viele weitere Angebote. Heiner Altmann hat hier genau das gefunden, was er gesucht hat. Er hilft bei der Essensausgabe und hört den Menschen einfach zu. Eine Suppe mit Brot und etwas zu Trinken kostet 0,50 Euro. Einige kommen auch nur wegen der Unterhaltung. „Man kann nicht immer etwas verändern“, weiß Altmann. Versuchen tut er es trotzdem und bringt zahlreiche neue Ideen mit ein.

Ehrenamtliche Helfer kann der Arbeitskreis jeder Zeit gebrauchen, denn die Menschen in der Burgbergstraße nehmen diese Unterstützung gerne an. Der „Arbeitskreis Burgberstraße“ leistet damit einen wichtigen Beitrag für das Gemeinschaftsleben in der Stadt und unterstützt den Landkreis bei seinen Aufgaben.

In der Ehrenamtsbörse sind noch weitere Hilfegesuche eingestellt. Zum Beispiel sucht die Crailsheimer Tafel und Suppenküche ehrenamtliche Helfer für die Essensausgabe. Wer selbst Hilfe benötigt, ist bei der Ehrenamtsbörse ebenfalls richtig. Menschen die gerne ein Ehrenamt ausüben möchten bieten ihre Hilfe in den unterschiedlichsten Bereichen an. An der Ehrenamtsbörse kann jeder teilnehmen, egal ob über das Internet oder telefonisch über die Ansprechpartner.

„Kreative Gestaltungskraft ist gefragt“

OB Michl eröffnet Ehrenamtsbörse beim Bürgerempfang anlässlich des Stadtfeiertags

Wer ehrenamtliche Hilfe sucht oder diese anbieten möchte ist hier genau richtig. Die Ehrenamtsbörse der Stadtverwaltung steht allen Bürgerinnen und Bürgern künftig kostenlose zur Verfügung.

Seit 3. März ist die Ehrenamtsbörse der Stadtverwaltung im Internet verfügbar. Nun müsse sie nur noch mit Leben gefüllt werden, fordert Oberbürgermeister Rudolf Michl alle Bürgerinnen und Bürger bei der Eröffnung des neuen Angebots auf. Ob Schüler, Auszubildende, Hausfrauen und -männer oder Berufstätige – mitmachen kann jeder der Lust hat, sich ehrenamtlich zu betätigen oder ehrenamtliche Hilfe benötigt. „Kreative Gestaltungskraft ist gefragt“, so Michl in seiner Rede.
Motive, ehrenamtlich tätig zu werden, gibt es viele. Zum einen können ganz neue Lebenserfahrungen gesammelt werden zum anderen wird das Knüpfen sozialer Kontakte erleichtert. Ein Ehrenamt auszuüben ist eine gute Möglichkeit seine Kenntnisse und Fertigkeiten zu erweitern oder vermittelt einfach nur das gute Gewissen etwas für andere getan zu haben. Wer sich in der Ehrenamtsbörse engagiert, kann bei Bewerbungen außerdem soziale Kompetenzen nachweisen. In den Planungswerkstätten zum Stadtentwicklungsprozess STEP war die Ehrenamtsbörse bereits Thema. In das Jahr 2011 passt die Einführung der Börse besonders gut: Die Europäische Union erklärte es zum „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit“. Oberbürgermeister Michl lädt zum Mitmachen ein und freut sich über eine rege Beteiligung.